Chronik

Die Chronik der Stadt Plön berichtet von großen Bränden, von denen die Stadt zum wiederholten Male heimgesucht wurde. Die leichte Bauart der Häuser, das Fachwerk mit Strohdächern und die enge Bebauung trugen in erheblichem Maße dazu bei, dass schwere Brandschäden entstanden. Als erste Maßnahme eines vorbeugenden Brandschutzes wurde 1577, nach erneutem Großbrand, von Herzog Johann die Strohbedachung verboten. Erst im Jahre 1735 ist eine Feuerlöschordnung belegbar.
Herzog Friedrich Karl zu Schleswig-Holstein erließ diese Feuerlöschordnung und befahl im selben Jahr eine Feuerspritze anzuschaffen. Die für damalige Zeiten als vortrefflich zu bezeichnende Feuerlöschordnung blieb im Wesentlichen bis 1874 in Kraft. Erst nachdem Schleswig-Holstein Preußen angegliedert wurde bildeten sich die ersten freiwilligen Feuerwehren. Der im Jahre 1872 neugewählte Bürgermeister Höpke erkannte, dass das Löschwesen der Stadt den Zeitanforderungen nicht mehr entsprach. Auf seine Veranlassung hin wurde ein neues Regulativ für das Feuerlösch- und Rettungswesen der Stadt Plön erarbeitet.
Das Regulativ selber wurde nebst den Satzungen für eine freiwillige Feuerwehr von den städtischen Kollegien in der Sitzung am 09.April 1874 angenommen und schon am 02. Mai desselben Jahres von der Regierung bestätigt. Der Turnverein nahm die Satzung an, damit war die Freiwillige Turner-Feuerwehrgegründet. Zur Unterbringung der Geräte entstand 1874 das erste Gerätehaus in der Johannisstraße. Die Wehr war 30 Mann stark. Zu Ihrem ersten Hauptmann wählte Sie den Goldschmied E. Gramstorff. Geübt wurde mit einer vom Kupferschmied Rönnekamp gefertigten Saug- und Druckspritze. Bereits 1875 wurde eine zweite Spritze desselben Herstellers angeschafft. 1877 trat Hauptmann Gramstorff zurück und der Kreissekretär Schrottki übernahm die Führung.
 Die Löschgeräte wurden vermehrt und verbessert und zunehmend entwickelte sich reges Leben in der Wehr. 1879 fand dann in Plön der Provinzialverbandstag statt. Noch im selben Jahr schuf sich die Wehr eine eigene Unterstützungskasse an. Das Verhältnis der Feuerwehr zur Turnerschaft wurde 1883 dadurch gelöst, dass die Turner auf Zuwendungen aus der Feuerwehrkasse verzichteten. 1885 übernimmt dann der Senator und Apotheker Johannes Hasse das Amt des Feuerwehrhauptmannes. 1891 gründete er die erste Sterbekasse. Der Hauptmann Hasse wurde durch den Kameraden Maack abgelöst, welcher das Amt aber nur für kurze Zeit innehatte. Hasse trat dann 1895 bis 1919 wieder an die Spitze.
1892 wurde dann der Kreisfeuerwehrverband gegründet und die Plöner Wehr trat dem Verband sofort bei. 1899 konnte dann die Wehr bereits ihr 25- jähriges Stiftungsfest unter Teilnahme des Landrates von Behr-Pinnow, des Feuerlöschdirektors Wernich, des Provinzialvorstandes und der Mitglieder der städtischen Kollegien begehen. 1904 erhielt die Stadt eine neue Saug- und Druckspritze und die erste mechanische Leiter wurde beschafft. 1913 erhielt die Stadt Wasserleitungen mit 95 Unterflurhydranten, zu denen zwei Hydrantenkarren mit Geräten und 300m Schlauchmaterial ihren Dienst in der Wehr antraten. Im dem von 1914-1918 dauernden ersten Weltkrieg verloren sechs Kameraden der Wehr ihr Leben. Als 1919 der langjährige Hauptmann Hasse sein Amt niederlegte, trat an seine Stelle der Verwaltungssekretär Adolf Paulsen.
1923 hat die Wehr auf eigene Kosten einen dritten Hydrantenwagen beschafft, der am Schlossberg Aufstellung fand. 1924, also nach 50 Jahren des Bestehens der Wehr, wurde eine erste elektrische Feuerwehrmeldeanlage mit 14 Feuermeldern, die über das ganze Stadtgebiet verteilt waren, installiert. Die Wehr zählte mittlerweile 60 Mann und war in Retterabteilung, Steigerzug, Leiterzug und drei Hydrantenzüge mit Absperrzug gegliedert. 1925 wurde die erste Automobilspritze in der Stadt stationiert und der Feuerlöschverband „Groß Plön“ wurde gebildet. Der Einsatzradius der Wehr vergrößerte sich damit auf 20 km. Deutlich mehr Wasser ließ sich fördern und das stundenlange Pumpen mit der Handdruckspritze war nicht mehr notwendig. In der Zeit von 1928-1933 bestand schon für wenige Jahre eine Jugendfeuerwehr. Da der Hauptmann Paulsen seit einiger Zeit die Führung des Kreisfeuerwehrverbandes übernommen hatte, stand jetzt der Kaufmann Friedrich Böhrens der Wehr vor. 1938 tritt Zimmermeister Jürgen Kolb an die Stelle von Herrn Böhrens. Bis 1939 war die Handdruckspritze am Schlossberg in einem Schuppen auf dem Schlossgelände untergestellt. Die Umstände der Zeit machen es erforderlich, dass moderneres Löschgerät und vor allem Löschfahrzeuge angeschafft werden mussten.
Für die Einsätze nach den Bombenangriffen erhielt die Wehr 1940 ein LF 8 und ein LF 15. Ein Verblieb in dem Spritzenhaus in der Johannisstraße war daraufhin nicht mehr möglich. Ab 1945 wurden dann alle Gerätschaften und Fahrzeuge auf dem Schlossgelände untergebracht. Ein Fahrzeug stand im Holzlager der dortigen Tischlerei und die anderen im Marstall an der Reiterbahn. Zu dieser Zeit übernahm Elektromeister Christian Mohr die Führung der Wehr. 1952 war es dann endlich soweit, das Provisorium konnte aufgehoben werden. Ein für damalige Verhältnisse modernes und vor allem beheiztes Gerätehaus am Kannegießerberg 8 wurde der Wehr übergeben.
1957 erfolgte die endgültige Gründung einer Jugendfeuerwehr, aus der bis zum heutigen Tage immer wieder erfolgreich aktive Mitglieder gewonnen werden konnten. Um- und Erweiterungsbauten des Gerätehauses führten 1972 zu einem weiteren Stellplatz und einem Aufenthaltsraum. Der Platz war dennoch bei weitem nicht ausreichend, so dass ein Löschfahrzeug in einer unzureichenden Halle des benachbarten Bauhofes eingestellt werden musste. Die Ausdehnung der Bebauung und die erhebliche Zunahme des Straßenverkehrs hatten eine ständig steigende Zahl von Einsätzen zur Folge. Insbesondere die Anforderungen auf dem Sektor der technischen Hilfeleistung machten eine Modernisierung der Feuerwehr erforderlich. Neben den Löschfahrzeugen wurde deshalb 1976 erstmalig ein Rüstwagen (RW2) beschafft. Bei einer Reihe von Großbränden in der Innenstadt konnte die Feuerwehr ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. Es kam zu äußerst kritischen Situationen, bei denen von Flammen eingeschlossene Personen in letzter Sekunde gerettet wurden. Das vorhandene Gerätehaus, welches keinerlei Funktionsräume besaß, erwies sich als nicht mehr den Anforderungen genügend. Erst 1989 wurden dann 150.000,- DM Planungsmittel für ein neues Feuerwehrhaus bereitgestellt und eine Planungsgruppe Stadt/Feuerwehr für die Planung eines neuen Feuerwehrhauses gebildet. Gemeinsam wurden Besichtigungen von Feuerwehrhäusern durchgeführt, Vergleiche angestellt und Anregungen aufgenommen sowie zahlreiche eigene Ideen eingebracht.
Im Juli 1994 war es dann soweit: die Freiwillige Feuerwehr Plön konnte mit der Stadt, den Förderern und Bürgern/innen eine Einweihung feiern. Ein modernes, funktionsgerechtes Feuerwehrhaus steht nunmehr zur Verfügung. Die Feuerwehr zählt heute 75 aktive Mitglieder und 20 Jugendfeuerwehrleute. Unter Fortführung der bisherigen Modernisierungspolitik können die Feuerwehr und die Stadt Plön optimistisch auf den Fortbestand und die Weiterentwicklung eines modernen Feuerlösch- und Hilfeleistungswesens blicken.